Der unerschütterliche Glaube

Der unerschütterliche Glaube

Es war einmal in einem fernen Land, da lebte ein junger Bauer namens Lukas mit seinem Vater Thomas und ihrem treuen Hund Bruno. Sie waren arm, aber glücklich. Ihr kleines Haus war aus Lehm und Stroh gebaut und sie lebten von ein paar Hühnern und einem kleinen Kornfeld. Jeden Abend beteten Vater und Sohn gemeinsam. Thomas sagte immer: “Sohn, das Leben eines armen Mannes ist nicht leicht, aber wenn du hart arbeitest und auf Gott vertraust, wird er dir deinen Weg ebnen.” Lukas glaubte den Worten seines Vaters zutiefst. Er träumte davon, eines Tages gutes Land zu besitzen, um anderen zu helfen und Gott niemals zu vergessen. Bruno, ihr Hund, war mehr als nur ein Haustier. Er war Familie. Er bewachte die Hühner, begleitete sie zum Markt und schlief jede Nacht nahe beim Haus. Das Leben war friedlich und voller Liebe. Doch eines Tages wurde Thomas krank. Seine Hände zitterten, seine Stimme wurde schwach und bald konnte er nicht mehr arbeiten. Lukas trug ihn auf seinem Rücken nach Hause, während Bruno besorgt und still neben ihnen herlief. Lukas betete jede Nacht für die Gesundheit seines Vaters, aber Thomas wurde immer schwächer. Vor seinem letzten Atemzug hielt er die Hand seines Sohnes und sagte: “Mein Sohn, verliere deinen Glauben nicht. Wenn ein Mensch alles verliert, aber seinen Glauben behält, hat er immer noch alles. Nachdem sein Vater verstorben war, begrub ihn Lukas unter dem großen Baum nahe ihrem Haus, wo sie sich oft gemeinsam ausgeruht hatten. Bruno blieb am Grab und weinte leise. Dann schlug die Tragödie erneut zu. Ein Feuer zerstörte ihren kleinen Hof und verbrannte alles. Lukas fiel auf die Knie und schrie: “Warum, Gott? Warum nimmst du mir alles?” Doch als Bruno kam und seine Hände leckte, verstand Lukas, dass er nicht völlig allein war. Nur er und sein Hund waren geblieben. Also beschloss Lukas, sein verbranntes Zuhause zu verlassen. Er versprach am Grab seines Vaters eines Tages zurückzukehren.Mit einem kleinen Beutel und einem Stock zog er davon. Bruno an seiner Seite. Tage vergingen. Sie schliefen unter Bäumen, tranken aus Flüssen und teilten sich kleine Stücke Brot. Eines Nachts erreichten sie ein kleines Dorf, aber niemand wollte dem armen Fremden helfen. Hungrig und müde fand Lukas am Rande des Dorfes ein altes verlassenes Haus und beschloss, sich dort auszuruhen. In dieser Nacht betete er: “Danke, Herr, denn auch wenn ich nichts habe, habe ich doch das Leben und meinen treuen Freund.” Am nächsten Tag fand er Arbeit bei einem gütigen Mann namens Peter, der ihm Essen gab und ihn für die Hilfe auf seinem Hof bezahlte. Als die Dorfbewohner fragten, wo er wohne, sagte Lukas: “In dem alten Haus nahe dem Wald.” Die Dorfbewohner blickten ihn überrascht an. “Dieses Haus ist verflucht”, sagte einer. Man sagt, ein Geist bewach dort einen verborgenen Schatz. Lukas lächelte und antwortete: “Ich brauche keinen Schatz. Ich will nur Frieden.” In dieser Nacht geschah etwas Seltsames. Die Luft wurde kalt und Bruno begann zu knurren. Ein Schatten erschien in der dunklen Ecke des Hauses. Ein Geist. Der Geist sprach: “Junger Mann, warum bist du hier? Suchst du meinen Schatz wie die anderen? Lukas zitterte, aber sagte ehrlich: “Nein, Herr, ich habe meinen Vater, mein Zuhause und alles, was ich besaß, verloren. Ich suche nur einen Ort zum Rasten. Ich will nichts weiter.” Der Geist wurde ruhig. Du bist anders. Andere kamen mit Gier, aber du kamst mit Glauben und einem reinen Herzen. Der Schatz, den du suchst, ist nicht Gold. Es ist der Segen Gottes. Dann verschwand der Geist und an der Stelle, wo er gestanden hatte, erschien eine kleine Truhe. Darin waren alte Münzen und Schmuck, ein wahrer Schatz. Lukas fiel auf die Knie und flüsterte: “Danke, Herr, du hast mich nie verlassen.” Er nutzte den Schatz, um das Haus seines Vaters wieder aufzubauen, den Armen zu helfen und ein neues Leben zu beginnen mit Bruno immer an seiner Seite. Und von diesem Tag an sagten die Dorfbewohner, dass Gott die Demütigen belohnt und das wahrer Reichtum zu denen kommt, die niemals ihren Glauben verlieren.

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