Lukas und sein Traum.

Lukas war neunzehn Jahre alt und lebte mit seinen Eltern in einem kleinen Dorf In Süddeutschland. Seine Familie hatte einen Bauernhof, und seit seiner Kindheit half er jeden Tag dort. Doch Lukas hatte einen anderen Traum. Er wollte Musiker werden. Er spielte Gitarre und sang gern. In seiner Freizeit schrieb er eigene Lieder und stellte sich vor, wie er auf einer großen Bühne stand. Sein Vater sagte oft: “Musik ist schön, aber du brauchst einen sicheren Beruf.” Auch seine Mutter machte sich Sorgen. “In der Stadt ist das Leben teuer. Wie willst du dort leben?” Aber Lukas fühlte sich im Dorf nicht glücklich. Jeden Morgen sah er die Kühe, das Feld und die gleichen Menschen. Er wollte mehr sehen, mehr erleben. Eines Tages entschied er sich. Er verkaufte seine alte Gitarre und kaufte eine bessere. Dann suchte er im Internet nach einem günstigen Zimmer in Berlin. Er fand ein kleines WGzimmer in einem alten Haus. Mit seinem Ersparten kaufte er ein Zugticket und verabschiedete sich von seiner Familie. Seine Mutter weinte ein wenig, aber sie umarmte ihn und sagte: “Wenn du glücklich bist, sind wir es auch. In Berlin war alles neu. Die Straßen waren voll. Die Menschen liefen schnell und Lukas kannte niemanden. Am Anfang war es schwer. Er spielte Musik auf der Straße, aber nicht jeden Tag verdiente er genug Geld. Manchmal aß er nur Brot und Käse, doch er gab nicht auf. Jeden Tag übte er Gitarre und sang auf der Straße. Eines Tages hörte ihn ein Mann, der ein kleines Musikkaffee besaß. Der Mann sagte, du spielst gut. Möchtest du nächsten Freitag bei uns auftreten? Lukas konnte es kaum glauben. Er sagte sofort. Ja. Am Freitagabend war das Kaffee voll. Lukas war nervös, aber als er zu spielen begann, klatschten die Leute und lächelten. Nach dem Auftritt kam eine Frau zu ihm und sagte: “Ich arbeite bei einem kleinen Musiklabel. Wir suchen neue Talente. Darf ich dir meine Karte geben? Lukas nahm die Karte und fühlte, dass sein Traum vielleicht wirklich wahr werden konnte. Heute zwei Jahre später lebt Lukas noch immer in Berlin. Er ist nicht berühmt, aber er verdient mit seiner Musik genug Geld, um gut zu leben. Er besucht oft seine Eltern im Dorf, bringt neue Lieder mit und spielt sie auf der Veranda. Und sein Vater sagt jetzt manchmal lächelnd, vielleicht war das doch keine so schlechte Idee.